Freitag, 30. Oktober 2015

Die Frau und das Wickelkleid



Diane von Fürstenberg: Die Frau, die ich sein wollte. Mein Leben.“ 283 Seiten, Berlin Verlag, 24.-€
Ich liebe Biografien, finde es spannend und anregend, die Lebenslinien anderer Menschen zu verfolgen. Auf diese habe ich mich besonders gefreut, denn erstens bin ich modeaffin – was ich ja schon mit einigen Rezensionen bewiesen habe – und zum anderen ist Diane von Fürstenberg fast mein Jahrgang. Allerdings stellte sich beim Lesen schnell heraus, wie vermessen ein Vergleich wäre. Die Welt der Diane von Fürstenberg ist weit von derjenigen normaler Menschen entfernt. Von Jugend an bewegt sie sich in den Kreisen der Schönen und Reichen. Macht Party in Saint Tropez, fährt Ski in Cortina, hat super Kontakte in der High Society, jongliert geschäftlich mit Millionen. Trotzdem ist es kein oberflächliches Namedropping-Buch. Dazu ist DvF eine zu starke Persönlichkeit, mutig, kreativ und kontaktfreudig. Die Erfinderin des berühmten „Wrap dress“ (Wickelkleid) hat die Höhen einer blühenden Firma erlebt, aber auch einen zweimaligen finanziellen Absturz, intensive Liebe und eine Krebserkrankung. Sie ist immer wieder mit Disziplin und dank ihrer guten Kontakte wie Phönix aus der Asche gestiegen. Diese Stellen sind die stärksten im Buch, denn hier wird ihre besondere Persönlichkeit deutlich, die Leidenschaft für ihre Arbeit und die Bedeutung von Familie in ihrem Leben. Das Übrige liest sich oft sehr glatt, da hätte ich mir mehr Emotionen oder Details gewünscht. Trotzdem, ein faszinierendes Buch über eine starke Frau. Und deshalb kann ein Vergleich doch für jede Leserin ein Gewinn sein: Wie mutig bin ich denn? Wie leidenschaftlich verfolge ich meine Ziele? Wie gehe ich mit Niederlagen um? Wie viel Liebe gibt es in meinem Leben? Dazu ist es inspirierend, ein Vorbild zu haben – auch wenn Welten dazwischen liegen.

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