Samstag, 20. Mai 2017

Gut verlinkt



Michael Rajiv Shah: Karrierebeschleunigung mit LinkedIn: 191 Seiten. 7,95 € . Stark Verlag.
Real, digital, egal? Von wegen. Inzwischen kommt man kaum noch umhin, sich als berufstätiger Mensch auch in digitalen Netzwerken wie XING oder LinkedIn zu bewegen. Für Non-Digital Natives wie mich, mehr sprach- als technisch begabt, ist der Einstieg allerdings nicht so einfach. Aber wir sind ja lernfähig. Und mit dieser Anleitung geht das wunderbar. Das Buch im Pocketformat enthält alles, was man wissen muss. Der Autor vergleicht die Funktionen der wichtigsten Netzwerke, gibt Hinweise zur Erstellung eines persönlichen Profils  und erläutert Strategien, wie man das Netzwerk entsprechend der eigenen Ziele nutzt. Im letzten Kapitel „Systematisch Fachleute fragen“ gibt es noch wertvolle Hinweise im Detail.
Ein inhaltlich und grafisch klar gegliedertes kleines Buch. Das alles enthält, was man zum Thema wissen muss, um in Eigenregie einzusteigen. Sehr empfehlenswert.

Und wo ich schon mal dabei bin: Hier auch noch ein Buchtipp für junge Berufseinsteiger:

Ute Blindert: Per Netzwerk zum Job. Insider zeigen, wie du deine Träume verwirklichen kannst. 203 Seiten. 17,90 €. Campus
Ute Blinderts Buch ist eine Anleitung für junge Berufseinsteiger, digitale soziale Netzwerke für die Jobsuche zu nutzen. Es gibt  praktische Tipps in den Kapiteln „Kommunikation ist alles“, „Gesucht: Richtig gute Leute“, „Profil zeigen“, „Netzwerken im richtigen Leben“ und „Da geht noch was: Selbstmarketing“. Der Inhalt ist grafisch lässig-locker aufbereitet, halt für junge Leute.

Samstag, 13. Mai 2017

Rendezvous mit dem Tod



Thomas Hohensee, Renate Georgy: Der Tod ist besser als sein Ruf. Von einem gelassenen Umgang mit der eigenen Endlichkeit.
224 Seiten, 24.- €. Benevento
Ist es makaber, von einem Buch über den Tod begeistert zu sein? Keineswegs, denn dieses enthält das Wirkungsvollste und Positivste, was ich bisher zu dem Thema gelesen habe - und das war schon einiges, von Kübler-Ross bis zum Tibetanischen Totenbuch. Während mich frühere Lektüre eher deprimiert zurückließ, war es diesmal ganz anders: Ich fühlte mich anschließend entspannt und furchtlos. Grund war die überzeugend vermittelte Erkenntnis: Nicht der Tod an sich ist das Problem, sondern welche Bedeutung wir ihm geben. Entscheidend ist, wie man über den Tod und das Leben denkt. Damit sind wir aus der passiven Opferrolle heraus. Es liegt in unserer Hand bzw. in unserem Kopf, ob wir uns mit negativen Erwartungen quälen oder ob wir dem unausweichlichen Ende gelassen entgegen sehen. Dazu enthält das Buch viele kluge und interessante Betrachtungen aus dem Bereich der Wissenschaft, Medizin, Mystik und Philosophie. Wobei an keiner Stelle der Anspruch erhoben wird, eine ultimative Wahrheit zu verkünden. Man bekommt vielmehr das Angebot, selbst nachzudenken und auf diese Weise viel Freiheit für eigene Schlussfolgerungen. Dabei geht es nicht nur um den Tod, sondern ebenso um das Leben. Wir sind auf der Welt, um Erfahrungen zu machen, zu lernen, zu wachsen und Spaß zu haben. Ob es ein Leben nach dem Tod gibt, ist Glaubenssache, aber ein Leben davor sollte voller Freude und Erfüllung sein. Dann gibt es auf dem Sterbebett nichts zu bereuen.
Ein großartiges, inspirierendes Buch. Zielgruppe: Jede(r), denn schließlich müssen wir alle sterben.  

Donnerstag, 11. Mai 2017

Modehaus



Cristina Mortag, Dennis Braatz: Fashion At Home. Wo die deutsche Mode zu Hause ist. 192 Seiten, 250 Farbfotos. 39,95 €. Callwey
Der Kombination von Mode und Wohnen kann ich einfach nicht widerstehen. Mit dem Buch „Fashion At Home“ hat der für seine schönen Bildbände bekannte Callwey Verlag beides zusammengebracht.
Christine Mortag und Dennis Braatz haben dazu 20 junge deutsche DesignerInnen besucht und sich in ihren Domizilen umgeschaut. Die Auswahl war für mich zunächst überraschend. Nicht etwa Promis wie Wolfgang Joop oder Jil Sander, bei den meisten handelte es sich um mir unbekannte Modeschöpfer. Wer bitte ist Gabriele Franzen, Julian Zigerli oder Antonia Zander? Saskia Dietz, Talbot und Runhof oder Mafalda von Hessen sagten mir schon eher etwas. Dass die DesignerInnen vermutlich nur modischen Insidern bekannt sind, macht den Band aber gerade spannend, denn so erfährt man gleichzeitig etwas über die junge deutsche Designerszene. Etwa 8 bis 10 Seiten umfasst jedes Porträt. Die Texte sind informativ und bringen Vita, Einstellung und Lebensstil auf den Punkt. Optisch ergänzt werden sie von  aussagekräftigen Fotos. Ulrike Myrzik und Anja Frers haben die Wohnräume und Designerstücke gut in Szene gesetzt. Als Beilage gibt es exklusiv ein Schnittmuster für einen Mantel und eine Tunika zum Selbernähen. Aber bis an die  Nähmaschine geht meine Liebe zur Mode denn doch nicht. Ich blättere lieber in dem Bildband und lasse mich inspirieren.

Samstag, 6. Mai 2017

Schwanger und vegan



Dr. Markus Keller, Edith Gätjen: Vegane Ernährung. Schwangerschaft, Stillzeit und Beikost – Mutter und Kind gut versorgt. 189 S., 24,90 € Ulmer Verlag
Mein Freund K. ist Veganer. Von ihm weiß ich, dass es nicht so einfach ist, diese Ernährungsform auch der Umgebung zu vermitteln. Dabei ist vegane Ernährung längst Teil einer bewussten Lebensweise, der sich besonders junge Leute angeschlossen haben. Richtig heftig wird die Diskussion, wenn es um `vegan in der Schwangerschaft` geht. „Gefährlich für Mutter und Kind“, hörte ich neulich zufällig in einem Gespräch. Das mag sein, wenn man nicht weiß, auf was man achten muss. Aber dafür gibt es jetzt dieses Buch. Es berücksichtigt den besonderen Nährstoffbedarf von schwangeren und stillenden Frauen. Man erhält fundierte Information, wie eine gute Versorgung  mit pflanzlichen Lebensmitteln gelingt und wo eine Nährstoffergänzung notwendig ist. Belegt werden die Aussagen mit seriösen Studien. Außerdem gibt es viele Rezepte und Wochenpläne fürs Kochen.
Das Buch ist verständlich geschrieben und grafisch gut aufbereitet.  Allerdings ist es in der Sache anspruchsvoll. Es setzt die Bereitschaft voraus, sich in die Materie einzuarbeiten. Aber das ist in diesem Fall ja auch unbedingt notwendig. 
Sehr empfehlenswert für schwangere Frauen und alle, die professionell mit Ernährung zu tun haben.  

Donnerstag, 27. April 2017

Genial!



Angela Duckworth: Grit.Die neue Formel zum Erfolg. 478 Seiten. 19,99 €. C.Bertelsmann
„Ein Genie bist du auch nicht gerade“, pflegte Angela Duckworths Vater früher zu ihr sagen. Für Psychologen ist das ein Killersatz, mit dem man bei genügend Wiederholungen einem Kind das Selbstvertrauen rauben kann. Nicht so der 1970 geborenen Amerikanerin chinesischer Abstammung. Sie scheint das im Gegenteil erst recht motiviert zu haben, sich wissenschaftlich auf hohem Niveau mit der Frage zu beschäftigen: Was führt wirklich zum Erfolg? Es zeigt sich, dass Genialität, Talent und ein hoher IQ weniger wichtig sind, als man annimmt. Entscheidend sind vielmehr Eigenschaften, die Duckworth unter dem Begriff „Grit“ zusammenfasst: „Mit Begeisterung und Leidenschaft ein übergeordnetes Ziel zu verfolgen und dabei auch die notwendige Ausdauer mitzubringen, um die Sache durchzuziehen.“
Das Ergebnis als solches ist nicht brandneu. Bücher mit der Aussage, Talent würde überschätzt, gibt es bereits. Doch Angela Duckworth belegt ihre Aussage mit eigenen Erfahrungen, interessanten Studien, kollegialen Gesprächen und Biografien erfolgreicher Zeitgenossen. Außerdem kann man den eigenen Grit testen und erhält Ratschläge, wie sich mehr davon entwickeln lässt.
Die (im guten Sinne typisch amerikanische) Mischung von persönlicher Erfahrung und wissenschaftlichen Erkenntnissen liest sich leicht und inspirierend. „Grit“ ist ein fundierter Trost für alle, die auch gehört haben, sie seien nicht genial.