Donnerstag, 25. Oktober 2018

Weltreise im Oldtimer

Heidi Hetzer: Ungebremst leben. Wie ich mit 77 Jahren die Freiheit suchte und einfach losfuhr. 360 Seiten. 20.- € . Ludwig Verlag
Am 27. Juli 2014 bricht die 77jährige Berlinerin Heidi Hetzer mit ihrem Oldtimer „Hudo“ (Info für Kenner: Ein Hudson Great Eight Coach Baujahr 1930), zu einer Weltreise auf. Ihr großes Plus: Heidi kann mit Autos umgehen. Ihr Vater besaß eine Werkstatt und später ein Autohaus. Schon als Kind schraubte sie an Vehikeln herum, machte als junge Frau eine Kfz-Lehre und fuhr Rallys.   
Ihr Trip führt sie von Europa nach Asien, über China bis runter nach Singapur, per Schiff nach Australien, weiter nach Neuseeland, von dort an die Westküste der USA, quer durch die USA und Kanada wieder bis nach Florida, weiter nach Südamerika, dann in den Süden Afrikas und schließlich über Südeuropa zurück nach Deutschland. Die Tour de force ist voller Hindernissen: „Hudo“ hat häufig Macken und muss immer wieder repariert werden. Doch seine taffe Fahrerin lässt sich nicht unterkriegen. Über alle Sprachbarrieren hinweg verständigt sie sich mit den Menschen, denen sie begegnet und knüpft freundschaftliche Kontakte. Nach 85000 Kilometern, 960 Tagen, 46 Ländern ist sie wieder daheim in Berlin.
Heidi Hetzer hat Ihre Erfahrungen auf dieser gigantischen Tour mit dem Autor Marc Bielefeld zu einem Buch verarbeitet. Ergänzt wird es mit ca. 70 Fotografien. Die Sprache ist unprätentiös, oft selbstironisch, die Erlebnisse werden eher sachlich geschildert und beziehen sich häufig auf die Fahrtüchtigkeit des Oldtimers. Für mich als Nicht-Autofahrerin ist das manchmal etwas dröge. Was das Buch aber interessant macht, ist der Optimismus, die Offenheit für ihre Umgebung und das Durchhaltevermögen der Lady. In diesem Sinne ist sie ein echtes Vorbild, besonders für Frauen: Wenn sie es in ihrem Alter geschafft hat, ihren Traum zu verwirklichen, dann hat wohl keine(r) von uns eine Ausrede, das nicht ebenfalls zu versuchen. Es muss ja nicht gleich eine Weltreise sein.

Kommentare:

  1. Auch ich bin von Heidi Hetzer sehr beeindruckt, die so couragiert ist. Im Rundfunk wurde immer wieder von ihren Erlebnissen und auch von den Hindernissen berichtet. Sie berichtete im Blog und auf YouTube. Schließlich verlor sie bei ihrer Tour einen Finger. Eine Berlinerin mit Herz und Schnauze. Sie gibt nicht auf und plant ihre nächste Tour. Ich freue mich, ihren Bericht jetzt in einem Buch lesen zu können. Herzliche Grüße nach Hamburg!

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  2. Ja, Heidi Hetzers Geschichte macht Mut. Trauen wir uns...
    Herzliche Grüße
    Eva Wlodarek

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