Freitag, 4. August 2017

Pflanzenkunde

Thomas Hohensee: Die Löwenzahnstrategie. Blüh auf, sei wild und unbezähmbar175 Seiten. Integral. 16,99 €

Ich gebe zu, Bücher mit der Endung „-strategie“ habe ich bisher mit Skepsis betrachtet. Sie wird gerne an irgendwelche Tiere angehängt, etwa Mäuse, Pinguine oder Bären, um auf diese Weise simple Weisheiten aufzupeppen. Umso neugieriger war ich, was der von mir geschätzte Autor Thomas Hohensee mit seiner Strategie verfolgt.
Mir war schnell klar: Dieses Buch ist anders. Kein aufgemotzter Business-Ratgeber, sondern ein bezauberndes Buch, das Mut zu einem selbstbestimmten Leben macht. Die Pflanze wird als Beispiel für zahlreiche Aspekte zitiert, die sie auszeichnen und die sich auf  unser Dasein übertragen lassen. Dazu gibt es je ein Kapitel, etwa „Tue das, was du am besten kannst“, „Nutze günstige Gelegenheiten“, „Übe dich in der Kunst, das Mögliche zu tun“ oder „Spüre deine Stärke“.
Charmant ist dabei der Einstieg in jedes Kapitel: Der Autor lässt den Löwenzahn selbst  zu Wort kommen. Der erzählt zum Beispiel unter der Überschrift „Nutze günstige Gelegenheiten“, wie geschickt er ein Areal in einer Woche mit gelben Blüten überzieht. Auf diese Weise wird jeweils eine Verbindung von Eigenschaften der Pflanze zu einem guten Rat für die LeserInnen geschaffen.
Ein liebenswürdiges Buch, das beim Lesen glücklich macht und rundum anregt. Ach ja, den Löwenzahn werde ich ab jetzt mit Respekt betrachten.     

Kommentare:

  1. Mir kommt sofort in den Sinn, dass der Löwenzahn tiefe Wurzeln und schöne gelbe Blüten hat. Gelb steht doch für Sonne, Licht, Optimismus. Schon aus diesem Grund ist wohl Erleuchtung beim Lesen des Buches vorprogrammiert. Jetzt benötige ich noch Zeit, wenn es sich auch garantiert leicht und locker lesen wird, wie ich es bereits bei anderen Büchern von Herrn Hohensee erfahren habe. Danke für diesen wieder interessanten Tipp.

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  2. Dann viel Spaß beim Lesen! Und ja, der Löwenzahn wird wirklich unterschätzt. Die kleine Sonnen sind doch wunderschön und die Pusteblumen ebenso. Aber er wird als Unkraut bezeichnet. Das sollte zu denken geben...

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