Neale Donald Walsch: Die Essenz. Die 25 Botschaften aus den "Gesprächen mit Gott".
448 Seiten, 22,99 €, Arkana
Für diese Rezension fühle ich mich besonders kompetent. Ich bin nämlich eine Pastorentochter. Was bedeutet, dass mir schon von Hause aus sämtliche göttlichen Facetten vertraut sind: Vom lieben Gott, der einem in der Not hilft über den strafenden Gott, der das (innere) Höllenfeuer anfacht bis hin zum versöhnlichen Gott, der dem reuigen Sünder vergibt. Ich bin allerdings sicher, dass nahezu jeder von uns - auch diejenigen, die nicht (mehr) daran glauben - solche Vorstellungen verinnerlicht haben. Immerhin werden die noch heute mehr oder minder strikt von den organisierten Religionen vermittelt.
Und nun kommt Neale Donald Walsch, bekannt als Autor der Bücher "Gespräche mit Gott", und stellt dieses gewohnte Gottesbild mit 25 Thesen komplett in Frage. Etwa mit dieser:"Es gibt nichts, was du tun musst. Es gibt viel, dass du tun wirst, aber nichts, dass zu tun von dir verlangt wird. Gott will nichts, braucht nichts, verlangt nichts, befiehlt nichts." (Erzählen Sie das mal dem Papst!) Walsch` kühne Thesen entkoppeln unsere Gottesvorstellung von bedrückender, enger Moral und schenken eine große Freiheit. Was aber keineswegs bedeutet, dass wir deshalb ohne Verantwortung leben. Zu seiner spirituellen Theologie gehören auch Thesen wie "Wir sind alle eins" und "Es ist genug da. Es ist nicht nötig, dass ihr um eure Ressourcen konkurriert, geschweige denn, euch deshalb bekämpft. Ihr braucht nur zu teilen."
Warmherzig, humorvoll und gut verständlich erläutert der Autor seine 25 "Botschaften". Beim Lesen fragt man sich, wieso man sich eigentlich nicht längst von den alten Gottesbildern verabschiedet hat. Besonders überzeugend finde ich dazu diese Überlegung: Wenn es um die Religionen und die daraus hervorgehenden globalen Werte geht, hat sich die Mehrheit der Weltbevölkerung bisher geweigert, das zu tun, was sie in jedem anderen Bereich getan hat, in der Wissenschaft, der Medizin, der Technologie. Wir beharren darauf, unser Leben im 21. Jahrhundert mit spirituellen Werkzeugen aus dem 1. Jahrhundert aufzubauen. Dass das nicht funktioniert, zeigen schon die im Namen der Religionen geführten Kriege. Es wird Zeit umzudenken und den geistigen Horizont zu erweitern.
Ein inspirierendes Buch für alle, die sich für Spiritualität interessieren, ihr Leben verändern und die Welt verbessern möchten.
Hunderte Bücher mit interessanten Titeln fluten jährlich die Buchhandlungen. Als Autorin und Leseaficionada möchte ich mit meinem Blog aus der Menge der Veröffentlichungen für Sie Nützliches und Inspirierendes herausfiltern.
Freitag, 26. Dezember 2014
Donnerstag, 18. Dezember 2014
Lebensmut
Peter Kürsteiner, Thomas Lindemann: 8 Jahre Fieber. Ein Buch von Mut und Hoffnung. 15 Menschen nehmen ihr Schicksal selbst in die Hand. 204 Seiten, Genuin Verlag 19,90 €
Ehrlich gesagt, als ich den Untertitel "von Mut und Hoffnung" las, erwartete ich emotional aufwühlende Geschichten. Solche, die einem durch ihre dramtische Aufbereitung beim Lesen die Tränen in die Augen treiben. Doch diese Art von Voyeurismus bedient dieses Buch gerade nicht. Jedes Schicksal ist wie ein Protokoll beschrieben, sachlich und knapp: Ein seltenes Fieber, Krebs, Burnout, Sucht, Depression, Körperbehinderung, Opfer eines Autounfalls und eines Banküberfalls, ein ärztlicher Behandlungsfehler, der Tod eines Kindes - dieses Leid braucht keine künstliche Dramatik, es ist schlimm genug. Die Menschen, denen das wiederfahren ist, haben nicht aufgegeben, sie haben sich tapfer zur bestmöglichen Normalität zurückgekämpft. Das allein ist schon sehr ermutigend. Aber außerdem bietet das Buch zu jeder Geschichte einen Experten-Beitrag. In ihm werden je nach Bedarf Hintergrundinformationen, Adressen von Vereinen und Anlaufstellen sowie Literatur genannt.
Das Buch zeigt jedem von uns auf nüchterne, klare Weise, wie zerbrechlich unser Leben in Wirklichkeit ist. Betroffenen kann es Mut machen und kompetente Hilfestellung geben.
Ehrlich gesagt, als ich den Untertitel "von Mut und Hoffnung" las, erwartete ich emotional aufwühlende Geschichten. Solche, die einem durch ihre dramtische Aufbereitung beim Lesen die Tränen in die Augen treiben. Doch diese Art von Voyeurismus bedient dieses Buch gerade nicht. Jedes Schicksal ist wie ein Protokoll beschrieben, sachlich und knapp: Ein seltenes Fieber, Krebs, Burnout, Sucht, Depression, Körperbehinderung, Opfer eines Autounfalls und eines Banküberfalls, ein ärztlicher Behandlungsfehler, der Tod eines Kindes - dieses Leid braucht keine künstliche Dramatik, es ist schlimm genug. Die Menschen, denen das wiederfahren ist, haben nicht aufgegeben, sie haben sich tapfer zur bestmöglichen Normalität zurückgekämpft. Das allein ist schon sehr ermutigend. Aber außerdem bietet das Buch zu jeder Geschichte einen Experten-Beitrag. In ihm werden je nach Bedarf Hintergrundinformationen, Adressen von Vereinen und Anlaufstellen sowie Literatur genannt.
Das Buch zeigt jedem von uns auf nüchterne, klare Weise, wie zerbrechlich unser Leben in Wirklichkeit ist. Betroffenen kann es Mut machen und kompetente Hilfestellung geben.
Freitag, 12. Dezember 2014
Berufung statt Job
Oliver Fritsch, Michaela Lang: Alles anders. Erkennen Sie Ihre wahre Berufung und werden Sie glücklich. 263 Seiten. 12,99 €, MVG Verlag
Kürzlich fragte mich der Moderator Hubertus Meyer-Burckhardt in einem Interview: "Wie lange möchten Sie Ihren Beruf ausüben?" Meine spontane Antwort war: "Bis ich tot vom Stuhl falle." Weil das denn doch etwas flapsig klang, erläuterte ich: "Ich liebe alles, was ich tue." Das ist keineswegs selbstverständlich. Viele Menschen sind mit ihrer Arbeit weniger glücklich, halten aber aus verschiedenen Gründen daran fest. Außerdem ist es gar nicht so einfach, herauszufinden, wozu man besonders geeignet ist.
Für alle diejenigen, die mit ihrem beruflichen Status quo unzufrieden sind und sich grundlegend verändern möchten, gibt das Autorenpaar Hilfestellung. Sie bezeichnen ihren Ratgeber bewusst als "Workshop". Tatsächlich muss man die Seiten mit einem Stift in der Hand durcharbeiten. Dazu ist der Kurs in sechs Schritte aufgeteilt:
1. Wo stehe ich? 2. Was bringe ich mit? 3. Was ruft in mir? 4. Wo will ich hin? 5. Was hindert mich? 6. Wir komme ich hin?
Zu diesen Themenbereichen gibt es jede Menge Checklisten und Grafiken
Der Workshop ist sinnvoll aufgebaut und umfassend. Wer sich darauf einlässt, erfährt eine Menge über seine Stärken und Schwächen, seine Motive und Werte, seine äußeren und inneren Hindernisse.
Daraus lassen sich dann persönliche Schlüsse ziehen. Lesern und Leserinnen, die es gewohnt sind, sich eigenständig Gedanken zu machen, kann das Buch dank seiner präzisen Anleitung ein Coaching ersetzen oder zumindest eine gute Vorbereitung dazu sein.
Ein passender Ratgeber für alle, die sich ihre beruflichen Träume noch erfüllen möchten.
Kürzlich fragte mich der Moderator Hubertus Meyer-Burckhardt in einem Interview: "Wie lange möchten Sie Ihren Beruf ausüben?" Meine spontane Antwort war: "Bis ich tot vom Stuhl falle." Weil das denn doch etwas flapsig klang, erläuterte ich: "Ich liebe alles, was ich tue." Das ist keineswegs selbstverständlich. Viele Menschen sind mit ihrer Arbeit weniger glücklich, halten aber aus verschiedenen Gründen daran fest. Außerdem ist es gar nicht so einfach, herauszufinden, wozu man besonders geeignet ist.
Für alle diejenigen, die mit ihrem beruflichen Status quo unzufrieden sind und sich grundlegend verändern möchten, gibt das Autorenpaar Hilfestellung. Sie bezeichnen ihren Ratgeber bewusst als "Workshop". Tatsächlich muss man die Seiten mit einem Stift in der Hand durcharbeiten. Dazu ist der Kurs in sechs Schritte aufgeteilt:
1. Wo stehe ich? 2. Was bringe ich mit? 3. Was ruft in mir? 4. Wo will ich hin? 5. Was hindert mich? 6. Wir komme ich hin?
Zu diesen Themenbereichen gibt es jede Menge Checklisten und Grafiken
Der Workshop ist sinnvoll aufgebaut und umfassend. Wer sich darauf einlässt, erfährt eine Menge über seine Stärken und Schwächen, seine Motive und Werte, seine äußeren und inneren Hindernisse.
Daraus lassen sich dann persönliche Schlüsse ziehen. Lesern und Leserinnen, die es gewohnt sind, sich eigenständig Gedanken zu machen, kann das Buch dank seiner präzisen Anleitung ein Coaching ersetzen oder zumindest eine gute Vorbereitung dazu sein.
Ein passender Ratgeber für alle, die sich ihre beruflichen Träume noch erfüllen möchten.
Freitag, 5. Dezember 2014
Reise(ver)führer
Nicole Adler (Hrsg): "Berlin for Women only", "München for Women", "Wien for Women only". Je ca. 200 Seiten. Brandstätter Verlag. Je 22,- €
Im Sommer in Paris hat mein Ehemann kapituliert. Er war es leid, von einer Boutique zur nächsten geschleppt zu werden. Ich hatte nämlich ein Buch von Ines de la Fressange zur Hand. Darin verrät das ehmalige Chanel-Model auf ganz persönliche Art unter anderem auch, wo man die Pariserin ihre schicken Sachen kauft und gut isst. "Schade, dass es so etwas nicht auch für unsere Städte gibt." dachte ich. Der Brandtsätter Verlag hat meinen Wunsch erhört. Nun gibt es - schön aufgemacht und sehr vielseitig - eine Triologie, die zudem noch umfangreicher ist als mein Paris-Guide. Unter den Stichworten "Mode", "Shoppimg", "Essen und Trinken", "Nachtleben", "Kunst und Kultur", Theater und Festivals", "Beauty und Entspannung ", "Ausflüge" und Erholung" findet frau die besten Adressen. Außerdem gibt es Insider-Tipps von interessanten Bewohnerinnen der Stadt und von Prominenten. Das Ganze ist mit vielen Fotos garniert.
München und Wien muss ich demnächst mit dem jeweiligen Führer noch ablaufen, aber Berlin habe ich schon getestet. Die empfohlenen Läden und Lokalitäten sind teilweise zwar nicht gerade preiswert, haben aber dafür Klasse und Flair. Außerdem, wer sagt denn, dass man immer kaufen muss. Gucken kann auch schön sein. Und das gilt schon mal zu allererst für diese drei Bücher.
Übrigens, Männer, das wäre ein passendes Geschenk für eure Liebste, so zum Blättern und von einem Städtetrip träumen. Ihr müsst im Ernstfall auch nicht mitgehen.
Im Sommer in Paris hat mein Ehemann kapituliert. Er war es leid, von einer Boutique zur nächsten geschleppt zu werden. Ich hatte nämlich ein Buch von Ines de la Fressange zur Hand. Darin verrät das ehmalige Chanel-Model auf ganz persönliche Art unter anderem auch, wo man die Pariserin ihre schicken Sachen kauft und gut isst. "Schade, dass es so etwas nicht auch für unsere Städte gibt." dachte ich. Der Brandtsätter Verlag hat meinen Wunsch erhört. Nun gibt es - schön aufgemacht und sehr vielseitig - eine Triologie, die zudem noch umfangreicher ist als mein Paris-Guide. Unter den Stichworten "Mode", "Shoppimg", "Essen und Trinken", "Nachtleben", "Kunst und Kultur", Theater und Festivals", "Beauty und Entspannung ", "Ausflüge" und Erholung" findet frau die besten Adressen. Außerdem gibt es Insider-Tipps von interessanten Bewohnerinnen der Stadt und von Prominenten. Das Ganze ist mit vielen Fotos garniert.
München und Wien muss ich demnächst mit dem jeweiligen Führer noch ablaufen, aber Berlin habe ich schon getestet. Die empfohlenen Läden und Lokalitäten sind teilweise zwar nicht gerade preiswert, haben aber dafür Klasse und Flair. Außerdem, wer sagt denn, dass man immer kaufen muss. Gucken kann auch schön sein. Und das gilt schon mal zu allererst für diese drei Bücher.
Übrigens, Männer, das wäre ein passendes Geschenk für eure Liebste, so zum Blättern und von einem Städtetrip träumen. Ihr müsst im Ernstfall auch nicht mitgehen.
Donnerstag, 27. November 2014
Feines Porzellan statt Pappbecher
Ashley Bush: Gelassenheit to go. Im Handumdrehen entspannt. 249 Seiten. Knaur mens sana. 9,99 €
Sich einen "Coffee to go" zu genehmigen, ist weit verbreitet. Jeder Pappbecher, der einem unterwegs begegnet, verrät: Da hat es jemand so eilig, dass er sich zum Kaffeetrinken nicht setzen kann.
Was Wunder also, dass ich hinter dem Titel "Gelassenheit to go" ähnliches vermutete: Praktische Tipps für Vielbeschäftigte, die in allerkürzester Zeit wieder fit machen. Umso überraschter war ich, das "to go" hier eine ganz andere Bedeutung hat. Die Psychotherapeutin Ashley Bush, benutzt es nicht im Sinne von "eilig", sondern verbindet kleine Achtsamkeitsübungen mit alltäglichen Verrichtungen. Das geschieht jeweils nach dem gleichen Schema: Erst wird der Impuls, d.h. die jeweilige Situation, genannt, z.B. "Streit mit einem geliebten Menschen" oder "Unter der Dusche". Darauf folgt eine Methode, die in dem Fall gelassener macht. Dann beschreibt Ashley Bush dazu ein persönliches Beispiel aus ihrer eigenen Erfahrung. Zum Schluss folgt unter der Rubrik "Zweck" eine Erklärung, wie und warum die Übung funktioniert.
Ein Beispiel: Impuls: Beim Haarewaschen. Methode: Geben Sie etwas Shampoo in Ihre Hand und riechen Sie daran. Schließen Sie die Augen, und während Sie die Haare einschäumen, träumen Sie sich an einen wunderbaren Ort in weiter Ferne.
Auf diese Weise erhält man eine Fülle wunderbarer kleiner Anleitungen, die zudem noch gut sortiert sind, etwa in Übungen, die sich in den Alltag integrieren lassen, die Beziehungen verbessern, die Sinne schulen, den Geist beruhigen oder das Herz öffnen.
Das Buch ist ein echter Schatz, mit viel Liebe, Fantasie und Kenntnis geschrieben. Genießen Sie es mit einer guten Tasse Kaffee. Im Sitzen!
Sich einen "Coffee to go" zu genehmigen, ist weit verbreitet. Jeder Pappbecher, der einem unterwegs begegnet, verrät: Da hat es jemand so eilig, dass er sich zum Kaffeetrinken nicht setzen kann.
Was Wunder also, dass ich hinter dem Titel "Gelassenheit to go" ähnliches vermutete: Praktische Tipps für Vielbeschäftigte, die in allerkürzester Zeit wieder fit machen. Umso überraschter war ich, das "to go" hier eine ganz andere Bedeutung hat. Die Psychotherapeutin Ashley Bush, benutzt es nicht im Sinne von "eilig", sondern verbindet kleine Achtsamkeitsübungen mit alltäglichen Verrichtungen. Das geschieht jeweils nach dem gleichen Schema: Erst wird der Impuls, d.h. die jeweilige Situation, genannt, z.B. "Streit mit einem geliebten Menschen" oder "Unter der Dusche". Darauf folgt eine Methode, die in dem Fall gelassener macht. Dann beschreibt Ashley Bush dazu ein persönliches Beispiel aus ihrer eigenen Erfahrung. Zum Schluss folgt unter der Rubrik "Zweck" eine Erklärung, wie und warum die Übung funktioniert.
Ein Beispiel: Impuls: Beim Haarewaschen. Methode: Geben Sie etwas Shampoo in Ihre Hand und riechen Sie daran. Schließen Sie die Augen, und während Sie die Haare einschäumen, träumen Sie sich an einen wunderbaren Ort in weiter Ferne.
Auf diese Weise erhält man eine Fülle wunderbarer kleiner Anleitungen, die zudem noch gut sortiert sind, etwa in Übungen, die sich in den Alltag integrieren lassen, die Beziehungen verbessern, die Sinne schulen, den Geist beruhigen oder das Herz öffnen.
Das Buch ist ein echter Schatz, mit viel Liebe, Fantasie und Kenntnis geschrieben. Genießen Sie es mit einer guten Tasse Kaffee. Im Sitzen!
Freitag, 21. November 2014
Kopfwäsche
Boris Grundl: Mach mich glücklich. Wie Sie das bekommen, was jeder haben will. 296 Seiten. Econ Verlag, 18.00 €
Der Titel "Mach mich glücklich" verrät es bereits: Es geht um unsere Anspruchshaltung. Tatsächlich verlagern wir meist unbewusst unser Streben nach Glück auf andere Menschen, sei es in persönlichen Beziehungen oder im beruflichen Kontext. Von ihnen erwarten wir, dass sie unser Wohlbefinden fördern.
Im Privatleben fordern wir indirekt: Liebe mich. Wertschätze mich. Lass mich gut dastehen. Mach mich stolz. Beschütze mich. Respektiere mich.
Im Job klingt es dann so: Motiviere mich. Lobe mich. Gib mir positives Feedback. Bezahle mir mehr. Bring mein Leben in Ordnung.
Auch Staat und Gesellschaft werden gebeten: Sichere mich ab. Bilde mich. Gib mir einen Job. Mach mich gesund. Sorge für mich.
Diese inneren Abhängigkeiten machen uns nicht nur unfrei, sondern verhindern auch, dass wir unsere eigene Stärke entwickeln. Darauf weist Boris Grundl hin und verlangt Änderung. Seine Position erläutert er imVorwort:"Je mehr ein Mensch sich selbst erkennt, desto mehr bleibt er bei sich, statt sich in der Außenwelt zu verlieren." Und: "Je bewusster ein Mensch lebt und Entscheidungen trifft, desto klarer wird ihm seine Verantwortung für sein eigenes Leben."
Der Aufruf zur emotionalen Unabhängigkeit klingt für zarte Ohren nicht immer angenehm. Grundl redet nämlich Klartext, und das durchaus oft diktatorisch nach dem Motto "So sehe ich es, so ist es, basta!" Das wirkt an einigen Stellen etwas selbstgerecht, doch insgesamt ist dieser Ton genau richtig, um aufzuwecken. Und was vor allem überzeugt und dem Autor die Lizenz gibt, derart den Finger auf die Wunde zu legen, ist sein eigenes Schicksal. Seit einem Unfall ist Grundl querschnittsgelähmt. Aus eigener Kraft hat er sichzu einem erfolgreichen Unternehmer und Coach entwickelt. Er weiß, wovon er spricht.
Kein gemütliches Buch, bei dessen Lektüre man sich wohlig verstanden fühlt. Dafür ein interessantes und hilfreiches.Manchmal ist es durchaus sinnvoll, einmal so richtig den Kopf gewaschen zu kriegen, damit man weiterkommt. .
Der Titel "Mach mich glücklich" verrät es bereits: Es geht um unsere Anspruchshaltung. Tatsächlich verlagern wir meist unbewusst unser Streben nach Glück auf andere Menschen, sei es in persönlichen Beziehungen oder im beruflichen Kontext. Von ihnen erwarten wir, dass sie unser Wohlbefinden fördern.
Im Privatleben fordern wir indirekt: Liebe mich. Wertschätze mich. Lass mich gut dastehen. Mach mich stolz. Beschütze mich. Respektiere mich.
Im Job klingt es dann so: Motiviere mich. Lobe mich. Gib mir positives Feedback. Bezahle mir mehr. Bring mein Leben in Ordnung.
Auch Staat und Gesellschaft werden gebeten: Sichere mich ab. Bilde mich. Gib mir einen Job. Mach mich gesund. Sorge für mich.
Diese inneren Abhängigkeiten machen uns nicht nur unfrei, sondern verhindern auch, dass wir unsere eigene Stärke entwickeln. Darauf weist Boris Grundl hin und verlangt Änderung. Seine Position erläutert er imVorwort:"Je mehr ein Mensch sich selbst erkennt, desto mehr bleibt er bei sich, statt sich in der Außenwelt zu verlieren." Und: "Je bewusster ein Mensch lebt und Entscheidungen trifft, desto klarer wird ihm seine Verantwortung für sein eigenes Leben."
Der Aufruf zur emotionalen Unabhängigkeit klingt für zarte Ohren nicht immer angenehm. Grundl redet nämlich Klartext, und das durchaus oft diktatorisch nach dem Motto "So sehe ich es, so ist es, basta!" Das wirkt an einigen Stellen etwas selbstgerecht, doch insgesamt ist dieser Ton genau richtig, um aufzuwecken. Und was vor allem überzeugt und dem Autor die Lizenz gibt, derart den Finger auf die Wunde zu legen, ist sein eigenes Schicksal. Seit einem Unfall ist Grundl querschnittsgelähmt. Aus eigener Kraft hat er sichzu einem erfolgreichen Unternehmer und Coach entwickelt. Er weiß, wovon er spricht.
Kein gemütliches Buch, bei dessen Lektüre man sich wohlig verstanden fühlt. Dafür ein interessantes und hilfreiches.Manchmal ist es durchaus sinnvoll, einmal so richtig den Kopf gewaschen zu kriegen, damit man weiterkommt. .
Montag, 10. November 2014
Kochen in der Kombüse
Kombüsengold. 32 Rezepte und Herdgeschichten von See . Autor: Kai Schächtele. Fotograf : Thomas Duffé. 220 Seiten, Ankerherz Verlag, 29,99 €
Mein Mann und ich sind leidenschaftliche Segler. Er segelt - und ich liege an Deck unserer "Manati". Manchmal gibt es Ärger, wenn ich ein Tau lösen soll (ja. ich weiß, das heißt korrekt anders) und dann am falschen ziehe. Zum Glück findet das Malheur nicht am Kap der guten Hoffnung statt sondern am Plöner See. Üppig kochen erlaubt die Größe unseres Bootes nicht. Wir können nur ein paar Sandwiches an Bord nehmen. Aber das bedeutet nicht, dass mich nicht interessiert, was in puncto Küche so auf den Schiffen dieser Welt los ist. Und dazu hat der Ankerherz-Verlag ein tolles Buch herausgegeben.
Sie finden darin gut gemachte Fotos von Köchen auf hoher See, als Porträt oder in Aktion. Sie berichten von ihrem K(n)ochen-Job und erzählen auch so manche unterhaltsame Anekdote. Dazu gibt es Rezepte, die naturgemäß ebenso einfach wie lecker sein müssen, denn aufwändig Kochen auf engem Raum geht nicht und mit enttäuschten Seeleuten ist nicht gut Kirschen essen.
Ein Buch mit multiplem Gewinn: Es vermittelt eine Prise Fernweh, stillt die Neugier darauf, wie es in der Bordküche zugeht und gibt Impulse nicht nur für Yachtbesitzer, sondern auch für die heimatliche Küche. Nur eines habe ich beim Lesen dieses Buch bedauert: Ich bin Vegetariern und kann deshalb die sich durchaus köstlich lesenden Fleischrezepte nicht nachbasteln. Aber ich verstehe schon: Ganze Männer brauchen was Ordentliches.
Mein Mann und ich sind leidenschaftliche Segler. Er segelt - und ich liege an Deck unserer "Manati". Manchmal gibt es Ärger, wenn ich ein Tau lösen soll (ja. ich weiß, das heißt korrekt anders) und dann am falschen ziehe. Zum Glück findet das Malheur nicht am Kap der guten Hoffnung statt sondern am Plöner See. Üppig kochen erlaubt die Größe unseres Bootes nicht. Wir können nur ein paar Sandwiches an Bord nehmen. Aber das bedeutet nicht, dass mich nicht interessiert, was in puncto Küche so auf den Schiffen dieser Welt los ist. Und dazu hat der Ankerherz-Verlag ein tolles Buch herausgegeben.
Sie finden darin gut gemachte Fotos von Köchen auf hoher See, als Porträt oder in Aktion. Sie berichten von ihrem K(n)ochen-Job und erzählen auch so manche unterhaltsame Anekdote. Dazu gibt es Rezepte, die naturgemäß ebenso einfach wie lecker sein müssen, denn aufwändig Kochen auf engem Raum geht nicht und mit enttäuschten Seeleuten ist nicht gut Kirschen essen.
Ein Buch mit multiplem Gewinn: Es vermittelt eine Prise Fernweh, stillt die Neugier darauf, wie es in der Bordküche zugeht und gibt Impulse nicht nur für Yachtbesitzer, sondern auch für die heimatliche Küche. Nur eines habe ich beim Lesen dieses Buch bedauert: Ich bin Vegetariern und kann deshalb die sich durchaus köstlich lesenden Fleischrezepte nicht nachbasteln. Aber ich verstehe schon: Ganze Männer brauchen was Ordentliches.
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